Nussbaum – das edle Holz mit der dunklen Maserung
Die Welt des dekorativen Holzes kommt nicht ohne den europäischen und den amerikanischen Nussbaum aus. In diesem Artikel erläutern wir dir die Unterschiede der beiden beliebten Holzarten.
Eigenschaften im Vergleich
Europäischer Nussbaum ist auch als Walnussbaum oder Echte Walnuss bekannt. Diese sommergrünen Laubbäume erreichen eine Wuchshöhe von 15 bis 25 Metern, in dichteren, geschützten Beständen auch bis zu 30 Metern. Sie werden bis zu 160 Jahre alt. In der Maserung erscheint der europäische Nussbaum deutlich wilder und hat einen höheren Splintanteil, mit einem vergleichsweise kleinen, dunklen Kern.
Amerikanischer Nussbaum ist auch unter dem Namen Black Walnut bekannt. Er erreicht im Gegensatz zu seinem europäischen Verwandten eine Wuchshöhe von bis zu 40 Metern. Die Trennung zwischen Splint und Kernholz ist durch den deutlichen Farbunterschied klar erkennbar: Das Kernholz hat eine sehr dunkle, braune Färbung in verschiedenen Schattierungen, der Splint ist weißlich. Die Black Walnut ist ruhiger in der Maserung und besitzt einen deutlich größeren Kernanteil.
Besonders im Erdstamm erzeugt das braun-graue, mit dunklen Streifen durchzogene Kernholz beeindruckende Maserbilder. Genau das macht Nussbaum bei Möbelherstellern so beliebt.
Vorkommen
Der Walnussbaum mag wintermilde, nicht zu trockene Gebiete und wächst besonders gut auf tiefgründigen, nährstoff- und kalkreichen Böden.
Die europäische Walnuss findet man in Mittel-, Süd- und Westeuropa sowie auf dem Balkan. Es gibt auch Bestände in Vorder- und Mittelasien, von Anatolien und Syrien bis zum Himalaya. Die Black Walnut kommt in einzelnen, oft weit voneinander entfernten Gruppen vor – vornehmlich in ganz Nordamerika, von Süd-Ontario bis Texas und im Osten von Maine bis Florida.
Hauptverwendung und Bearbeitung
Das Holz der Walnuss lässt sich gut bearbeiten, schleifen und ausgezeichnet polieren. Allerdings muss es sorgfältig getrocknet werden, um Reißen und Schwund zu vermeiden. Nussbaum ist dauerhaft, wird aber in feuchteren Regionen leicht von Schädlingen befallen. Es ist ziemlich hart und wenig biegsam.
Das Holz des amerikanischen Nussbaums verfügt über größere Poren und nimmt daher Beizen und Polituren sehr gut an. Wegen seiner schönen Struktur und leichten Bearbeitbarkeit ist es für Möbelherstellung und Innenausbau sehr beliebt und wird gerne für wertvolle Furniere verwendet. Aus dem unteren Stammteil und den Wurzelknollen gewinnt man Holz mit hervorragender Zeichnung. Auch für filigranere Arbeiten wie Gehäuse oder Schäfte wird Nussbaum geschätzt.
Daten und Fakten zum Nussbaumholz
Amerikanischer Nussbaum:
- Rohdichte (lufttrocken, 12–15 %): 0,59 – 0,66 g/cm³
- Druckfestigkeit (u12–15): 45 – 55 N/mm²
- Biegefestigkeit (u12–15): 90 – 106 N/mm²
Europäischer Nussbaum:
- Rohdichte (lufttrocken, 12–15 %): 0,62 – 0,68 g/cm³
- Druckfestigkeit (u12–15): 57 – 72 N/mm²
- Biegefestigkeit (u12–15): 90 – 145 N/mm²
Nussbaum bei Holz-Liebling
Wir bei Holz-Liebling verwenden Nussbaumholz gerne für dekorative, edle Schneide- und Gleitbretter. Auch die dunkle Teigrolle aus Nussbaum ist ein echter Hingucker. Wie sich Nussbaum von anderen edlen Hölzern unterscheidet, liest du auch in unserem Ratgeber zur Kirsche. Unsere Produkte aus diesem edlen Holz findest du weiter unten.
Häufige Fragen zu Nussbaumholz
Der europäische Nussbaum hat eine wildere Maserung, einen höheren Splintanteil und einen kleineren dunklen Kern. Die amerikanische Black Walnut ist ruhiger in der Maserung, hat einen großen, sehr dunklen Kernanteil und wird höher.
Ja. Nussbaum ist hart, dekorativ und gut zu bearbeiten – ideal für edle Schneide- und Gleitbretter. Seine dunkle Farbe macht jedes Brett zum Hingucker.
Von Hand reinigen, gut trocknen und regelmäßig mit Leinöl-Firnis ölen. Das schützt das Holz und bringt die dunkle Maserung besonders schön zur Geltung.
Nussbaum ist hart, liegt aber meist etwas unter Eiche. Für stark beanspruchte Bretter ist Eiche oft die robustere Wahl, Nussbaum punktet dafür mit seiner edlen dunklen Optik.