Was bedeutet A/B Qualität bei Holz?
Um Holz in seiner Güte unterscheiden zu können, wird es in unterschiedliche Holzqualitäten sortiert. Die Sortierung geschieht bereits beim Förster und gibt vor, wie der Stamm weiterverarbeitet wird. Wird zum Beispiel eine rustikale Tischplatte benötigt, sollte das Stück vom Stamm genommen werden, das viele Astgabelungen hat – etwa aus der Baumkrone. Wird hingegen ein Musikinstrument oder ein Parkettboden gefertigt, nimmt man Stücke aus einem „sauberen“, makellosen Teil des Stammes.
Unterschieden wird grundsätzlich in vier Holzqualitäten: A, B, C und D. In der Regel werden vom vorproduzierenden Gewerk aber Mischqualitäten wie A/B, BB oder B/C angeboten. Vorproduziert wird meist per Lohnschnitt, um Stämme in Bohlen aufzutrennen und weiterzuverarbeiten – zum Beispiel zu Massivholzplatten. Übrigens: A/B Qualität heißt deshalb so, weil es eine A-Seite und eine B-Seite gibt.
Wird jede Holzart sortiert?
Jede Holzart wird nach Qualitätsmerkmalen sortiert. Allerdings fallen die rustikalen Qualitätsstufen bei manchen Holzarten deutlich geringer aus als bei anderen – das liegt vor allem an der Verwendung. Bei Fichte, Lärche und Eiche gibt es sehr häufig rustikalere Qualitätsstufen, weil bei vielen weiterverarbeitenden Produkten genau diese markanten Merkmale wie Äste und Risse gewünscht sind. Bei Buche, Birke, Ahorn, Nuss, Kirsche, Esche und vielen anderen ist die Nachfrage nach den besseren Qualitäten deutlich höher.
Übrigens: Die bekannte Wildeiche ist keine eigene Eichenart, sondern eine sehr rustikale Sortierung der klassischen deutschen Eiche. Der Begriff wurde in der Möbelindustrie als Modewort geprägt und hat sich seither als selbstverständlicher Begriff etabliert.
Welche Holzqualität eignet sich besser in der Küche?
Welche Holzqualität in der Küche die richtige ist, kommt ganz auf die Verwendung an. Grundsätzlich besitzt Holz eine antibakterielle Eigenschaft – Keime und Bakterien werden durch die natürlichen Gerbstoffe abgetötet. Das geschieht sowohl bei A/B-Qualität als auch bei einer rustikaleren Ausprägung.
Bei einer rustikalen Qualität wie der bekannten Wildeiche sind Äste und Risse bewusst verarbeitet – das gibt dem Holz einen deutlich wilderen Auftritt. Äste und Risse werden meist mit speziellem Holzharz gefüllt, damit sich dort keine Essensreste festsetzen können. Allerdings sind die natürlichen Spannungen im Holz bei der Wildeiche höher und ausgeprägter als bei einer astfreien Eiche. Kleinere Risse und Löcher können sich deshalb auch nachträglich noch bilden und sollten verschlossen werden.
Bei Schneidebrettern sollte deshalb eine höhere Qualität verwendet werden – gerade dann, wenn das Brett aktiv zum Schneiden und Servieren genutzt und direkt mit Lebensmitteln gearbeitet wird.
Holz-Liebling verwendet bei allen Stirnholz-Schneidebrettern und Längsholz-Schneidebrettern immer die A/B-Qualität. Bei Gleitbrettern und Brotzeitbrettern setzen wir auf eine Mischung aus leichter Wildeiche und A/B-Qualität. Bei Backbrettern und Kochfeldabdeckungen haben unsere Kunden die Wahl zwischen beiden Qualitäten.
A/B-Qualität oder Rustikal: die Merkmale im Überblick
Beide Qualitäten haben ihre Berechtigung – es handelt sich nicht um „besser oder schlechter“, sondern um unterschiedliche Optik-Merkmale:
A/B-Qualität:
- Kernholz von ausgezeichneter Qualität
- Fehlerfreie Erscheinung
- Nur geringe Qualitätsmerkmale wie kleine Maserungsunterschiede
- Kein Splintanteil
Rustikal (z. B. Wildeiche):
- Überwiegend Kernholz
- Bis zu 15 % Splintanteil
- Äste in unterschiedlich großer Ausprägung
- Risse im Holz
- Markante Farb- und Faserverläufe
Trotz Vor- und Nachsortierung können auch unsere A/B-Qualitäten bis zu 20 % der Fläche in der nächst geringeren Qualitätsstufe enthalten. Eine reine A/A-Qualität ohne jegliche Abweichung ist aus wirtschaftlichen Gründen kaum möglich, da jeder Baum vereinzelte natürliche Merkmale aufweist.
Holz bleibt Holz
Welche Holzqualität für dich die richtige ist, ist in der Regel eine optische Entscheidung – nur selten sind funktionale Gesichtspunkte entscheidend. Rustikale Sortierungen wirken dynamischer, wilder und charakteristischer. Hohe Qualitäten sind gleichmäßiger im Farb- und Holzverlauf.
Als Holzverliebte fühlen wir uns persönlich stärker zur rustikalen Variante hingezogen – das Holz lebt hier einfach mehr und zeigt sich von seiner natürlichsten Seite. Nichtsdestotrotz gibt es nichts Schöneres als ein makelfreies Stirnholz-Schneidebrett mit einwandfreier Maserung, das fast zu schön ist, um es zu benutzen.
Mehr dazu, warum das auch beim Kaufpreis einen Unterschied macht: Warum kosten hochwertige Schneidebretter mehr?
Holz ist ein Naturprodukt
Auch in unserem Video „Holz ist ein Naturprodukt“ geht es um die beiden Holzsortierungen Eiche A/B und Wildeiche:
Häufige Fragen zur A/B-Qualität bei Holz
A/B-Qualität beschreibt eine Mischqualität aus zwei Sortierungsstufen: einer makellosen A-Seite und einer B-Seite mit minimalen Qualitätsmerkmalen. Sie ist fehlerfrei in der Erscheinung und enthält keinen Splintanteil.
Nein. Wildeiche ist keine eigene Eichenart, sondern eine rustikale Sortierung der klassischen deutschen Eiche mit sichtbaren Ästen, Rissen und einem höheren Splintanteil.
Für Schneidebretter, die aktiv zum Schneiden und Servieren genutzt werden, empfehlen wir A/B-Qualität. Risse und Astlöcher in rustikalem Holz können sonst Essensreste aufnehmen.
Praktisch kaum. Auch hochwertige A/B-Qualitäten können bis zu 20 % der Fläche in der nächst geringeren Stufe enthalten, da jeder Baum natürliche Merkmale aufweist.
Hallo, wir möchten uns eine Holz-Abdeckplatte über unseren Induktionsherd kaufen, um einen zusätzlichen Arbeitsplatz und Schneidbrett zu schaffen. Für uns steht die Frage:
1. Was ist besser, ein Massivholzbrett oder eine Herdabdeckung Leimholz?
2.Welche Unterschiede für die Nutzung
3.Welcher Gewichtsunterschied besteht?
Wir denken, Eiche A/B hat hierbei den stärksten Härtegrad und keine Risse und Aststücke?
Wir bitten um Beratung,
freundliche Grüße
Rainer Kießling
Hallo Rainer,
vielen Dank für deine Nachricht! Gerne gehe ich auf die Punkte ein.
1. Herdabdeckung und Massivholzbrett ist in meiner Vorstellung das selbe. Ich versuche aber etwas auszuholen, vielleicht erwisch ich damit deinen Gedanken. Unsere Herdabdeckung bestehen alle aus Massivholz, verleimt aus mehreren Holzlamellen. Das verleimen aus mehreren Lamellen ist deshalb wichtig, um ein Verzug der Platte zu reduzieren bzw. zu vermeiden. Eine Holzplatte aus nur einem Stück, in z.B. 2,5cm Stärke, 60cm Länge und 53cm Breite, würde ziemlich sicher so stark arbeiten, dass es sich komplett verzieht und die Platte krum wird. Passiert das bei einer verleimten Platte lässt sich das Problem wieder in den Griff kriegen. Hohle Seite ausfindig machen, mit nem feuchten Lappen drüber gehen und nach unten gerichtet auf die Küchenplatte legen. Eine Nacht später sollte das gebogene Brett wieder plan sein (bzw. planer als davor 🙂 ). Bei einer Platte aus einem Stück, klappt das nicht mehr. Krum bleibt krum. Deshalb stellen wir unsere rustikalen Schneidebretter aus einem Stück auch immer nur aus Holzstücke mit vielen aufrechten Jahresringen und einer max. Breite von 35-40cm her, je nach länge und Brettdicke.
2. Auf alle unserer Schneidebretter, Kochfeldabdeckungen oder Backbretter kann man gleich „gut“ arbeiten. Die finale Endbehandlung ist immer die selbe. Wedrkstück auf 180er schleifen, wässern, schleifen, ölen, schleifen, ölen.
3. Alle Gewichte, haben wir unter den Reiter „zusätzliche Informationen“ zusammengefasst. Größe auswählen und dann auf den Reiter klicken. Dort steht dann das Gewicht +/- 10% Natur eben :-).
Bei unseren Eichen Kochfeldabdeckungen und bei unseren Eichen Backbretter geben wir unseren Kunden die Wahl zwischen der Wildeiche und der Eiche A/B. Für Welche Holzart man sich entscheidet, sollte meiner Meinung nach, an optische Gründe festgemacht werden. Eiche A/B deutlich homogener und cleaner. Die Wildeiche dynamsicher mit größeren Farbunterschieden und entsprechend Wilder und lebhafter. Die Risse/Äste der Wildeiche füllen wir mit speziellen Harz aus, um sie zu verschließen. Gleichwohl möchte ich anmerken, dass gerade Äste stärker arbeiten können bei eindringender Feuchtigkeit, als „das normale Holz“. So kann mit der Zeit, kleinere Löcher oder Risse entstehen. Diese „wirklich kleinen“ Löcher/Risse, lassen sich am einfachsten mit etwas Kerzenwachs schließen. Das die einfachste und Holz schonendste Möglichkeit. Kerze an, Wachs in den Hohlraum träufeln, drüber wischen, fertig. Alles verschlossen und das Holz sogar noch geschützt.
Ich hoffe ich konnte dir etwas helfen? Wenn noch Fragen offen sind, meld dich 🙂
Viele Grüße Marco